Frick (Auszug Aargauer Zeitung) 2009 April
Grosses Interesse am Didgeridoo in Stein
Jürg Berger aus Sisseln begeisterte im Rahmen des Punktum-Programms mit seiner Live-Performance.
Obwohl Jürg Berger noch nie in Australien war, hat er sich mit Haut und Haaren dem Didgeridoo verschrieben. Schon in frühester Kindheit habe er in Basel Bekanntschaft gemacht mit dem seltsamen Instrument der Aborigines. Der mystische Ton, den ein Strassenmusikant seinem Rohr entlockte, habe sich ihm ins Hirn gebrannt.
Zur Veranschaulichung brachte Berger zu seinem Auftritt im Rahmen der «Punktum»-Veranstaltungsreihe in Stein sechs Didges mit. Das Publikum lauschte gebannt den auf- und abschwellenden Klängen, die der Künstler dem Instrument entlockte. Laut Berger kann man mit dem Didgeridoo nur einen einzigen Ton erzeugen, der Schwingungen auslöst. «Wenn man dafür empfänglich ist, beruhigt und bewegt der Ton, man erhält Einblick in eine andere Welt. Das hat aber nichts mit Esoterik zu tun», betonte Berger, der mit dieser Lehre nichts am Hut hat.
schwierige atemtechnik
Seit acht Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Didge-Spiel, das er sich anfänglich autodidaktisch beibrachte. Er habe in jede Röhre hineingeblasen und die Atemtechnik geübt. Auch an den Bau des Instruments habe er sich gewagt. Von den 65 Didges, die er baute, sei aber nur die Hälfte brauchbar gewesen. Heute überlasse er dieses Handwerk lieber einem guten Freund aus der Ostschweiz.
Das echte Didgeridoo wird aus dem Eukalyptusbaum gearbeitet, der im Norden Australiens wächst, wo es riesige Termitenhügel gibt. Da die Rinde giftig ist, fressen sich die Termiten durch den inneren Teil des Baumes hindurch und schaffen so den Rohling zur Herstellung eines Didges. Laut Berger ist jedes Instrument ein Unikat mit einer einzigartigen Klangglocke, und jeder Spieler hat seine Eigenart: «Die Stücke entwickeln sich beim Spielen und erhalten durch die Verbesserung der Technik mehr Dynamik. Das Schwierigste ist die Atmung, da man gleichzeitig mit dem Mund ins Instrument blasen und mit der Nase einatmen muss.»
Seine Ausführungen ergänzte der Künstler mit fantastischen Tönen der Didgeridoos. «Da das Didge einen monotonen Klang hat, ist es schwierig, ein Konzert nur mit diesem Instrument zu geben. Deshalb freut es mich besonders, dass ihr alle noch da seid», scherzte Berger, als die Punktum-Stunde schon längst überzogen war. (hb)
Frick (Auszug Aargauer Zeitung) 2007 Sommer
Australische Klänge im Hardwald
sisseln Ferienpass mit Gelegenheit für die beteiligten Kinder, für sich ein eigenes Didgeridoo zu basteln
11 Kinder erlebten im Sissler Hardwald ein Klangerlebnis der besonderen Art. Sie bauten alle ein Didgeridoo und spielten auch darauf. Eine Ferienpassaktion, die den Beteiligten riesig Spass bereitete.
Als er von den Organisatoren angefragt worden sei, ob er sein breites Wissen in Form eines Ferienpass-Events interessierten Kindern weitergeben möchte, habe er spontan zugesagt, stellte Jürg Berger aus Sisseln gegenüber der AZ fest, denn: «Dieses aussergewöhnliche Instrument hat mich schon in meiner Kindheit äusserst fasziniert, und ich begann auch bereits früh darauf zu spielen. Und darum gebe ich mein Wissen selbstverständlich gerne auch an Kinder weiter.»
Das im Original im australischen Busch von Termiten ausgehöhlte Didgeridoo (oder auch Yidaki genannt) gilt als eines der ältesten Instrumente der Welt und es wird von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, als rituelles Blas- und Rhythmusinstrument eingesetzt.
Und eben ein solches Instrument bauten die 11 Kinder aus der Region, die sich in der Waldhütte Sisseln zu diesem besonderen Ferien(s)pass-Erlebnis zusammengefunden hatten. Allerdings nicht aus Holz, sondern unter Anleitung von Jürg Berger aus einer langen Kartonröhre › was die Kinder aber dennoch zu faszinieren vermochte.
Wahre Kunstwerke geschaffen
Wie etwa die 10-jährige Rael Probst aus Laufenburg: «Es ist einfach wunderschön, was man für tolle Töne aus dieser Röhre herausholen kann», sagte sie begeistert. Und die ebenfalls in Laufenburg wohnhafte 10-jährige Ayline Unternährer meinte: «Das ist wirklich ein ganz tolles Erlebnis, das macht mir sehr viel Spass.»
Tatsächlich hatten die 11 Kinder mit Farbe und Pinsel wahre Kunstwerke geschaffen .
Zum Abschluss des für die Kinder zweifellos unvergesslichen Tages lud sie Jürg Berger noch zum Grillplausch mit Didgeridoo-Klängen bei der Waldhütte ein. Er selber spielt nicht nur auf verschiedensten Veranstaltungen, er baut selber auch Didgeridoos, und zwar aus einheimischem Holz (die AZ berichtete darüber).
Am 2. September wird Jürg Berger zudem im Naturama in Aarau nicht nur auf einem Didgeridoo spielen und damit die Besucher kurz in eine Welt archaischer Klänge versinken lassen, sondern direkt vor Ort auch ein solches Instrument bauen. (hot)
Frick Tabloid
Das Didgeridoo aus dem Fricktal
Sisseln Jürg Berger baut hölzerne Blasinstrumente aus einheimischen Baumarten.
Yvonne Brogle
Kraftvoll und edel stehen die selbst gebauten Didgeridoos in Jürg Bergers Haus in Sisseln. Jedes der Instrumente ist ein Unikat und hat seine spezielle Gestalt. Die Maserung des Baumes, aus dem die «Didges» geschaffen wurden, ist durch die sensible Bearbeitung stets noch zu erkennen. Jürg Berger hat es geschafft, aus einheimischen «dürren Hölzli» wunderschöne und wohlklingende Blasinstrumente zu fertigen. «Die meisten Äste stammen von Bruch- oder Sturmholz und liegen teilweise schon Jahre im Wald herum. Auf meinen Läufen mit den Hunden finde ich immer wieder wunderbar geformte, teilweise schon mit Moos überwachsene Holzstücke, die mir einfach ins Auge springen», erzählt der Didgeridoo-Bauer. «Klopfe ich dann auf den Ast, höre ich an den Tonschwingungen, ob sich das Stück für ein Instrument eignet und wie lange ich es noch ablagern muss. In meiner Werkstatt und bei Kollegen liegen die Hölzer teilweise bis zu drei Jahren, bevor ich mit der Bearbeitung beginnen kann.»
Voller Schwingungen
«Interessant und auffallend ist, dass unsere Hunde die Schwingungen der Didgeridoos sichtlich geniessen. Egal wo ich spiele, die Tiere sind in meiner Nähe und entspannen sich. Zu meiner eigenen Entspannung nehme ich oft ein Instrument mit in den Wald und spiele ganz allein für mich.» Auf einem bis zwei Auftritten monatlich bei privaten Anlässen oder Märkten bekommt der sympathische Musiker auch den Austausch mit anderen Menschen, denen er das einheimische Didgeridoo mit dem faszinierenden Klangspektrum näher bringt.
Jürg Berger erinnert sich gerne an den Beginn seiner Faszination für das fremde Instrument: «Als Kind habe ich in Basel einen Strassenmusiker, mit einem Didgeridoo und Clapsticks ausgerüstet, spielen sehen. Aus seinem wilden Bart ragte das Didge raus. Der Anblick und die seltsamen Töne haben mich absolut fasziniert.»
Als junger Mann begann Berger auf einem gekauften Instrument autodidaktisch zu lernen. «Nach etwa drei Monaten täglichem Üben kam für mich dann die nächste Hürde, nämlich die Zirkuläratmung. Bei dieser Übung war ich einige Male dem Ersticken nahe», schmunzelt Berger heute. Da, wo andere Anfänger aufgeben, hielt er durch. Seit einem Jahr nun lässt er sich von einem der besten Schweizer Didgeridoo-Spieler unterrichten und coachen. Schnell war für den Hobbymusiker klar, dass er seine eigenen Instrumente bauen wollte. «Es ist schon ein grossartiges Gefühl, wenn wieder ein Didge fertig gestellt ist. Mittlerweile sind es über 50 Instrumente, die in meiner kleinen Werkstatt gebaut wurden. Ich gebe meine Erfahrungen und Fähigkeiten in Workshops weiter.»
Über 50 Didgeridoos hat Jürg Berger schon hergestellt. Peter Larson